Halo Effekt – einfach erklärt

Was ist der Halo Effekt?
Der Halo Effekt ist ein psychologisches Phänomen, bei dem die Wahrnehmung einer positiven Eigenschaft bei einer Sache oder einer Person dazu führt, dass automatisch andere Eigenschaften als positiv wahrgenommen werden, auch, wenn es dafür eigentlich keine objektiv messbaren Beweise gibt. Das führt dann dazu, dass die Befragten in ihrer Beurteilungsfähigkeit voreingenommen sind. Es entstehen also undifferenzierte Antworten und übermäßig hohe Korrelationen zwischen einzelnen Aspekten, die prinzipiell unabhängig voneinander sein sollten.
Halo Effekt – Beispiele
Der Halo Effekt kann in unterschiedlichen Bereichen auftreten. Am prominentesten ist wohl das Beispiel, dass Menschen, die als attraktiv wahrgenommen werden, automatisch als kompetenter und disziplinierter wahrgenommen werden. Aber auch andere Situationen können durch den Halo Effekt beeinflusst werden:

- Teilnehmer einer Umfrage werden nach einer besonders positiven Eigenschaft eines bestimmten Produkts befragt. Dadurch bewerten diese die folgenden Eigenschaften, die abgefragt werden, ebenfalls positiver, als sie es objektiv eigentlich tun würden.
- Freundliches Verhalten von Interviewern (z.B. CATI & CAPI) kann die Wahrnehmung von Funktionalität des Produkts oder Kompetenz der Marke überstrahlen, wodurch die Bewertung verzerrt wird.
- Zwei identische Produkte werden unterschiedlich beworben oder sind in unterschiedlichen Verpackungen und werden dadurch unterschiedlich bewertet.
Halo Effekt – Bedeutung in der Marktforschung
In der Marktforschung ist der Halo Effekt vor allem bei der Gestaltung von Fragebögen relevant, was auch die obigen Beispiele zeigen. Eine einzige Frage kann dazu führen, dass die Antworten auf die folgenden Fragen beeinflusst und somit verzerrt werden. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, Fragen so neutral wie möglich zu formulieren, auf Rekrutierungsstrategien zu achten und auf keine Suggestivfragen zu verwenden.